Der Wetterauer Bundestagsabgeordnete Oswin Veith (CDU) erinnert an ein Kapitel deutscher Geschichte, das zum Glück der Vergangenheit angehört, aber nicht in Vergessenheit geraten darf: Die Teilung Deutschlands, für die die Berliner Mauer, mit deren Bau am 13. August 1961 begonnen wurde, über 28 Jahre lang ein Symbol war.

Im Juni 1961 sagte der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht noch: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Doch zwei Monate später, in der Nacht vom 12. auf den 13. August, wurden die Straßen und Schienenwege nach West-Berlin abgeriegelt, Barrikaden und Stacheldrähte errichtet und die Arbeiten am Bau der Berliner Mauer aufgenommen.

Bis 1960 hatten mehr als 2,6 Millionen Menschen die DDR verlassen, um den Repressionen des sozialistischen Regimes zu entgehen. Mit dem Mauerbau in Berlin wollte die SED-Führung das letzte Schlupfloch für die DDR-Bürger in den Westen schließen und damit die anhaltende Massenflucht stoppen. In den folgenden Monaten und Jahren wurden das Grenzsystem in Berlin und die Befestigungsanlagen an der innerdeutschen Grenze ständig ausgebaut, um eine Flucht unmöglich zu machen. Dennoch versuchten immer wieder Menschen unter Lebensgefahr die Sperranlagen zu überwinden. Dabei wurden unzählige Flüchtlinge verletzt und wegen Republikflucht inhaftiert. Mehr als 130 Menschen wurden allein in Berlin von Grenzsoldaten erschossen oder verunglückten tödlich.

Veith: „Was sich am 13. August 1961 in Berlin ereignete, wie die Menschen in der eingemauerten Stadt und der hermetisch abgeriegelten DDR lebten, welche menschlichen Tragödien mit dem Mauerbau verbunden waren, ist heute - fast dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands - vor allem für die jüngeren Generationen kaum noch vorstellbar. Vieles wird auch verdrängt, verharmlost oder verklärt. Deshalb ist es wichtig, die Geschichte lebendig zu halten und am Jahrestag des Mauerbaus an die Opfer des sozialistischen DDR-Regimes zu erinnern, nicht nur an die Menschen, die auf der Flucht in die Freiheit ihr Leben verloren, sondern auch an jene, die in den Gefängnissen der Stasi gefoltert und gedemütigt wurden, die in ihrem Alltag bespitzelt und überwacht wurden und in ständiger Angst vor Denunziation und staatlicher Willkür leben mussten.“

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