Lokführermangel, baubedingte Kapazitätseinschränkungen und hohe Verkehrsdichte sind ursächlich für Bahnprobleme – Deutsche Bahn versichert, Auswirkungen für Fahrgäste so gering wie möglich zu halten - Veith setzt sich für zügigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt und Friedberg ein.

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus der Wetterau hatten sich wegen häufiger Zugausfälle und Verspätungen auf der Strecke Gießen -Frankfurt hilfesuchend an den Wetterauer Bundestagsabgeordneten Oswin Veith (CDU) gewandt. Dieser setzte sich daraufhin umgehend mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bundesbahn für das Land Hessen, Dr. Klaus Vornhusen in Verbindung und bat um eine Stellungnahme, die inzwischen vorliegt.

Wie Oswin Veith mitteilt, gehe daraus hervor, dass es mehrere Ursachen für die bestehenden Schwierigkeiten im Bahnverkehr auf der Strecke Gießen-Frankfurt gibt. Zum einen seien die Zugausfälle auf einen Lokführermangel bei nicht zum DB-Konzern gehörenden Eisenbahnverkehrsunternehmen zurückzuführen, und zum anderen habe es im Sommer Kapazitätseinschränkungen wegen Bauarbeiten und teilweise eingleisiger Verkehrsführung gegeben. Auch sei die Strecke so eng belegt, dass die Verspätung eines Zuges zu Verzögerungen bei den nachfolgenden Zügen führen würde.
Dr. Vornhusen habe ihm jedoch versichert, so Veith, dass die Eisenbahnverkehrsunternehmen, wie z. B. DB Regio, alles versuchten, durch geeignete Disposition für die eigenen Züge Verspätungen zu vermeiden bzw. so gering wie möglich zu halten. Dem seien allerdings auf einer so stark frequentierten Strecke sehr enge Grenzen gesetzt, insbesondere im Berufsverkehr. Auch würden die Disponenten für DB-Züge alles tun, bei Zugausfällen (zum Beispiel wegen Fahrzeugstörung, kurzfristiger Krankmeldung des Fahrpersonals oder Streckensperrung), die sich trotz Vorhaltens von Reservefahrzeugen und Bereitschaftsdiensten nicht immer vermeiden ließen, die Auswirkungen für die Fahrgäste zu minimieren und den Regelverkehr schnellstmöglich wiederherzustellen.

Darüber hinaus habe Dr. Vornhusen auch auf Klagen von Bahnkunden über die geringe Sitzplatzkapazität im Regionalverkehr Bezug genommen und erklärt, dass sowohl auf der von DB Regio betriebenen RegionalExpress-Linie 30 als auch auf der Regionalbahnlinie 41 in den stark frequentierten Hauptverkehrszeiten bereits die maximal mögliche Zuglänge eingesetzt werde. Ein weiter Ausbau des Platzangebots sei deshalb für den RMV ohne zusätzliche Infrastruktur kaum möglich.

In diesem Zusammenhang habe Dr. Vornhusen darauf hingewiesen, dass in der Region und mit dem Bund Einigkeit bestehe, die Schieneninfrastruktur besonders in den kritischen Abschnitten so schnell wie möglich auszubauen. Ein erster Schritt sei der jetzt - nach langwierigen Planungs- und Genehmigungsprozessen – begonnene Bau der S-Bahn-Strecke zwischen Bad Vilbel und Frankfurt West. Dieser führe aber bisweilen zu baubedingten Kapazitätseinschränkungen. Der zweite Schritt sei die Planung und Genehmigung von S-Bahn-Gleisen zwischen Bad Vilbel und Friedberg.

Dazu erklärt Veith: „Ich bin überzeugt, dass die Deutsche Bahn alle Anstrengungen unternimmt, um die für die Pendler unbefriedigende Situation auf der Main-Weser-Bahnstrecke zu verbessern. Ein Problem werden jedoch bis zur Fertigstellung der S-Bahn-Strecke zwischen Frankfurt und Bad Vilbel die fehlende Schienenkapazität und die mit den Bauarbeiten verbundenen Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs bleiben. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass die Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Friedberg unter Berücksichtigung eines angemessenen Lärmschutzes möglichst zügig ausgebaut wird, und hoffe, dass die Anlieger dem Projekt keine Steine in den Weg legen. Wenn wir unsere Straßen entlasten und unsere Umwelt schonen wollen, ist es notwendig, den öffentlichen Nahverkehr so attraktiv zu gestalten, dass noch mehr Menschen vom Auto auf die Bahn umsteigen. Das werden sie jedoch nur tun, wenn mehr Züge mit genügend Sitzplätzen zur Verfügung stehen und Fahrpläne eingehalten werden. Der Ausbau der Main-Weser-Bahn und die damit verbundene Entlastung der Strecke ist dafür eine notwendige Voraussetzung.“

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