Zu Beginn des Jahres 1989 hätte niemand für möglich gehalten, dass in der DDR eine friedliche Revolution innerhalb weniger Monate das kommunistische SED-Regime ins Wanken bringen würde, was am 9. November zum Fall der Berliner Mauer und nur elf Monate später zur Wiedervereinigung Deutschlands führte. Es ist der Entschlossenheit der Menschen in der DDR, der Initiative unseres früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl und vor allem auch der Unterstützung des damaligen russischen Präsidenten Michail Gorbatschow zu verdanken, dass mit der Unterzeichnung des Einigungsvertrages am 3. Oktober 1990 die Einheit Deutschlands wiederhergestellt werden konnte und der kalte Krieg zu Ende ging.

Morgen ist ein Tag des Gedenkens an die dramatischen Ereignisse in dieser Zeit, an den Kampf der Menschen in der DDR für Freiheit, Menschenrechte und Selbstbestimmung, an deren Mut, der SED-Diktatur die Stirn zu bieten, an das Gelingen der Friedlichen Revolution und die Überwindung der 40jährigen Teilung unseres Landes. Die Wiedervereinigung Deutschlands in Frieden und Freiheit ist ein historischer Glücksfall, den wir aus gutem Grund alljährlich feiern.

Das Zusammenwachsen Deutschlands war ein schwieriger Prozess und eine enorme Gemeinschaftsleistung der Menschen in Ost und West. Auch wenn noch viel zu tun bleibt, können wir heute mit Stolz sagen, die deutsche Einheit ist eine Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig gilt es die Erinnerung an die politischen Verhältnisse in der ehemaligen DDR wach zu halten, die zu den damaligen Massenprotesten führten. Die DDR war ein Unrechtsstaat, der seine Bürger überwachte und bespitzelte. Andersdenkende wurden denunziert, verfolgt, eingesperrt und gepeinigt. Unzählige Menschen, die der SED-Diktatur entfliehen wollten, wurden an der durch Mauern und Stacheldraht hermetisch abgeriegelten Grenze erschossen. Das Wissen darum und der Besuch in Gedenkstätten, wie dem ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, schaffen ein Bewusstsein dafür, wohin politischer Extremismus, ob von rechts oder von links, führen kann.

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